Warum die YpsoPump?

Warum die YpsoPump?

Im heutigen Beitrag möchte ich euch darüber berichten, wie sich meine Meinung von der Pen-Verfechterin zur Pumpenträgerin gewandelt hat, warum ich mich für mein Pumpenmodell, die YpsoPump von mylife DiabetesCare, entschieden habe und wie ich mit der Entscheidung zufrieden bin.


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Eine Pumpe als einzige Lösung?

Ich hatte seit meiner Diagnose im März 2000 eigentlich nie sonderlich gute Werte – leider. Sämtliche Basalinsuline schlugen bei mir nicht an; tatsächlich habe ich alle Basalinsuline ausprobiert, die auf dem Markt erhältlich sind. Gegen eine Pumpe habe ich mich als Kind und in der Pubertät immer sehr gewehrt. Ich wusste „Da muss ein Gegenstand dauerhaft an meinen Körper dran, mit Schlauch!“ und das Thema war durch.

Dann kam Tresiba und ich konnte traumhafte Glukosekurven beobachten – zum ersten Mal in meinem Leben! Und dann? Wurde Tresiba wieder vom deutschen Markt genommen. Danke, Merkel! 😀 Ich wurde auf Toujeo umgestellt und die Probleme fingen wieder an…

  • Ein nicht in den Griff zu bekommendes Dawn-Phänomen. Ich stand mit Toujeo selten mit Werten unter 250 mg/dl (13,9 mmol/l) auf und musste diesen Werten stundenlang hinterher rennen, da die Insulinresistenz morgens natürlich am höchsten ist.
  • Die Unflexibilität beim Sport und bei Bewegung im Alltag. Oh, ungeplant aktiv heute? Erstmal Sport-BE, die man gleich wieder zusätzlich abtrainieren darf! Die Möglichkeit einer absenkbaren Basalrate fehlte mir doch sehr.
  • Der leidige Essensbolus und mein Bauch als Schweizer Käse. Ich habe mein Essen zwar gut gebolt bekommen, aber z.B. für fettiges Essen oft mehrfach gespritzt – entsprechend lädiert sah mein Körper nach achtzehn Jahren mit Insulininjektionen aus.

Die Pumpe hatte also objektiv für mich durchaus mehrere Vorteile – aber die Nachteile waren in meinem Kopf nach wie vor sehr präsent. Immer am Körper, Schlauch, höhere Gefahr einer Ketoazidose, auf Reisen noch mehr Mitschleppen… Trotzdem wollte ich dem Ganzen eine Chance geben und begab mich auf die Suche nach dem passenden Modell.



Welches Modell darf’s denn sein?

Lange Zeit war in meinem Kopf nur Platz für ein Modell: Der OmniPod, die einzige schlauchlose Patch-Pumpe, die einfach auf den Körper aufgeklebt und alle 3 Tage gewechselt wird. Schließlich ist da ja kein Schlauch dran, mein absolutes Kontra-Argument gegen eine Pumpe, richtig? Als ich den Pod das erste Mal live gesehen habe, war meine Euphorie schon ordentlich gedämpft und nach einem genaueren Auseinandersetzen mit den Funktionen und einem finalen Probetragen war klar: Der Pod ist nichts für mich.

Weiterhin zur Diskussion stand natürlich die beliebte MiniMed 640G von Medtronic – aber da ich das Dexcom-CGM nutze und dieses von der Funktionsweise deutlich lieber mag als den Guardian, fiel sie irgendwie schon raus. Außerdem fand ich sie persönlich etwas klobig und mit fast schon zu vielen Funktionen… Der Sensor war aber der Hauptgrund. Andere Modelle auf dem Markt, wie z.B. von AccuChek, überzeugten mich von der Handhabung her einfach absolut nicht.

Und jetzt bin ich mal ehrlich: Gäbe es die YpsoPump nicht, hätte ich vermutlich immer noch keine Pumpe beantragt, da mir keine jemals so sehr zugesagt hat, optisch sowie funktional.


Warum ich mich für die YpsoPump entschieden habe

Schon seit längerem beobachte ich bei meiner lieben Diafeelings ihren Weg vom Pen zur Pumpe. Die YpsoPump sah ich bei ihr zum ersten Mal und war direkt etwas schockverliebt. So habe ich mir eine Insulinpumpe immer vorgestellt! Klein, leicht, simpel zu bedienen und nicht nach „Medizinprodukt!“ schreiend.

Ich informierte mich also weiter und empfand die folgenden Punkte als Vorteil:

  • Sehr klein und leicht: Befüllt wiegt die YpsoPump nur 83g.
  • Touchscreen mit intuitiver, komplett iconbasierter Bedienung. Ist das Display aus, sieht man nicht, dass es eine Pumpe ist.
  • Der Schlauchanschluss dreht sich um 360 Grad – perfekt, wenn man noch nicht so daran gewöhnt ist. Das minimiert die Gefahr, den Katheter heraus zu reißen.
  • Zwei Basalratenprofile sind für mich völlig ausreichend, natürlich ist auch die Möglichkeit zur prozentualen Absenkung sowie verzögerter Bolus möglich.
  • Die NovoRapid-Ampullen sind schon vorbefüllt und wenn man – wie ich – Fiasp oder ein anderes Insulin nutzt, gibt es Reservoire, um das eigene Insulin zu benutzen.

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Und, zufrieden?

Oh ja! Tatsächlich stört mich die Pumpe im Alltag wider Erwarten gar nicht. Ich sage aber nicht: „Ich wünschte, ich hätte das schon früher ausprobiert!“ – denn früher wäre ich nicht bereit gewesen. Kein Diabetologe, keine Diabetesberaterin und keine Freundin mit Pumpe der Welt konnte mich dazu überreden. Der Auslöser und der Antrieb kann von mir und das war gut und wichtig so. Somit bin ich bereit, mich aktiv mit der Pumpentherapie auseinanderzusetzen und alle Vorteile voll auszuschöpfen.

Klar gibt es ein paar Dinge, die mich stören…

  • Das ganze Zubehör ist wahnsinnig sperrig. Klar, Katheter müssen steril verpackt sein, genauso wie die Reservoire. Trotzdem bin ich nicht gerade voller Vorfreude, wenn ich daran denke, das alles bei der nächsten längeren Reise unterbringen zu müssen…
  • Noch aktives Insulin wird nirgendwo auf der Pumpe angezeigt; lediglich den letzten Bolus kann man einsehen.
  • In der App wird zwar das noch aktive Insulin angezeigt – das wars dann aber auch an Vorteilen. Für mich persönlich ist die App samt Bolusrechner unbrauchbar, da sie a) nichts an die Pumpe sendet (wusste ich aber vorher) und b) meine Blutzuckerwerte nicht aus der Dexcom- oder mysugr-App (via Apple Health) übernommen werden, sondern ich alles manuell eintragen müsste.

Aber trotzdem: Ich bin sehr zufrieden mit diesem kleinen Gerät, was ich nie erwartet hätte. Ich merke, wie sich für meine Diabetestherapie ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Und auch wenn noch oft genug Dinge schief laufen, sei es beim Sport oder beim Essen, so bin ich doch überzeugt, dass ich auf lange Sicht gut mit meiner kleinen Pumpe zurecht kommen werde!



 

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