Probe getragen: Der myLife OmniPod

Probe getragen: Der myLife OmniPod

Vor Kurzem gab es auf der Homepage des myLife OmniPod die Möglichkeit, sich kostenfrei einen Demo-Pod zu bestellen, um die derzeit einzige schlauchlose Pumpe auf dem Markt Probe zu tragen. Da ich, Fräulein „NEINICHWILLKEINEPUMPE“ mittlerweile – wie ihr dank diesem langen, dramatischen Beitrag hier wisst – doch etwas mit dem Gedanken an diese Therapieform spiele, kam mir diese Möglichkeit sehr recht. Lange war der OmniPod die einzige Pumpe, die ich mir vorstellen konnte, da der Fakt „Kein Schlauch“ bei mir oberste Priorität hatte – aber konnte der Pod mich auch in der Praxis überzeugen?


Hinweis: Dies ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, der sich ausschließlich auf mein persönliches Tragegefühl des OmniPods bezieht. Über die generellen Vorteile der Insulinpumpentherapie kann man sich im Netz ausgiebig informieren – und diese sind mir auch durchaus bewusst, weswegen ich ja auf der Suche nach einer Pumpe für mich bin!


Was ist der myLife OmniPod?

Der myLife OmniPod aus dem Hause Ypsomed ist die derzeit einzige schlauchlose Patch-Pumpe, man klebt ihn also auf. Das Reservoir fasst 85-200 Einheiten U100-Insulin, welches man von Hand in jeden Pod einfüllen muss. Anschließend klebt man ihn auf, aktiviert ihn und die Kanüle wird automatisch eingeführt. Alle 3 Tage läuft der Pod automatisch ab und muss entsorgt werden; das Prozedere wiederholt sich also. Gesteuert wird der Pod über den PDM, den Personal Diabetes Manager. Der Demo-Pod, den man bestellen kann, ist allerdings quasi ungeladen – er hat weder ein Reservoir zum Befüllen, noch eine Kanüle. Es geht wirklich nur darum, den Pod und sein Tragegefühl auszuprobieren.



Setzstellen für den myLife OmniPod

Man kann den Pod theoretisch überall setzen, wo man auch eine Kanüle legen oder sich mit dem Pen spritzen würde. Und mit den Abmessungen von 3,9 x 5,2 x 1,45 cm und einem Leergewicht von 25g sollte doch schnell eine Setzstelle gefunden sein. Oder? Ich persönlich habe meinen Umstieg von Libre auf das Dexcom G5 CGM abgewartet, da ich dieses ja ab sofort verwenden werde und der Dexcom eben doch noch ein Stück größer als das Libre ist. Man muss sich ja wenn schon die volle Roboter-Erfahrung gönnen. So Terminator-mäßig wie erwartet hab ich mich dann aber doch nicht gefühlt, oder irgendwie doch, aber irgendwie auch nicht so positiv: Mit dem Dexcom auf der einen Seite des Bauches und dem OmniPod an der anderen war mir das fast schon ein bisschen zu viel. So klein und diskret wie vorher in meiner Hand hat der OmniPod auf einmal gar nicht mehr gewirkt, sondern wie ein klobiger Klotz. Aber so gings mir ja mit dem Dexcom anfangs auch, also mal die nächsten Tage abwarten.


myLife OmniPod YpsoMed Pumpe


Tragegefühl des myLife OmniPod

Eine ganz grundlegende Sache hatte ich vergessen, als ich mir voll motiviert den Probe-OmniPod an den Bauch geklatscht habe: Scheiße, da ist ja kein Insulin drin. Und mein Bauch war mit Dex und Pod wirklich gut ausgefüllt, was es gar nicht so einfach gemacht hat, den Bauch als Lieblings-Unterwegs-Pen-Spritzstelle zu nutzen. Das würde aber ja mit einem voll funktionsfähigem Pod entfallen. Nur hundertprozentig zugesagt hat mir das alles trotzdem nicht: Das Fremdkörpergefühl, welches beim Dexcom ziemlich schnell verschwand, wollte nicht so recht verschwinden. Und befüllt wäre der Pod ja auch noch mal schwerer. Uff.

Testweise habe ich den Pod nach den 3 Tagen am Bauch mit der letzten Klebe-Kraft des Pflasters auch noch zumindest kurz an anderen Stellen angebracht. Oberschenkel? War nie meine Lieblingsstelle zum Spritzen, sind außerdem tätowiert, da möchte ich nicht unbedingt rein stechen oder eine allergische Reaktion aufs Pflaster riskieren. Diese Tattoo-Sache kostet ja schließlich genug, da sollen sie bitte möglichst lange schön aussehen. Oberarm? Zumindest an meinen Armen hat der Pod da auch sehr klobig gewirkt, und ja, beim rechten Arm wären wir wieder beim Tattooproblem. Ich habe aber auch schon ganz andere, für mich teilweise sehr verrückte Tragestellen wie die Wade oder den Brustansatz gesehen – Lisabetes hat hierzu einen tollen Beitrag geschrieben, als sie noch OmniPod-Nutzerin war.


myLife OmniPod Insulinpumpe Pumpe schlauchlos


Persönliches Fazit zum myLife OmniPod

Lange Zeit war der OmniPod die einzige Pumpe, die für mich überhaupt in Frage gekommen wäre – kein Schlauch war das wichtigste Argument für mich. Und scheinbar auch das einzige. Ich bin sehr froh, mir den Probe-Pod bestellt zu haben und mich mittlerweile auch über andere Insulinpumpen informiert zu haben, denn ich konnte feststellen: Der OmniPod ist nichts für mich.

Mir sagt in erster Linie die Funktionsweise des Systems absolut nicht zu. Dass der Pod mit unbarmherziger Sicherheit nach 72 Stunden (spätestens aber nach 80) abläuft und dann weggeworfen und gewechselt werden will, egal wo man selbst gerade ist, egal wieviel Restinsulin sich noch im Pod befindet – das ist nicht meine Vorstellung einer angenehmen Insulinpumpentherapie. Irgendwo macht mich auch der Faktor Müll bei der Sache nicht glücklich, auch wenn die Pods recycelt werden und bei jeder Therapieform natürlich Müll anfällt. Und zuguterletzt sagt mir der Pod weder vom Tragegefühl noch von der Optik her zu, was ja auch ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist. Natürlich ist die Optik kein Grund, der über dem Nutzen stehen sollte – schließlich gewinnt der Dexcom auch wahrlich keinen Schönheitspreis, trotzdem trage ich ihn, da er mir hilft. Komischerweise hatte ich auch bereits nach wenigen Stunden ein juckendes Gefühl unter dem Pod und die Haut kam mir nach dem Entfernen gereizt vor – dabei sieht mir das Pflaster zu dem vom Dexcom relativ ähnlich aus. Seltsam!


Insofern war es mit dem OmniPod leider nichts für mich – aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Die Reise geht weiter. 🙂


Pinne diesen Beitrag, damit du ihn später wiederfindest!


 

Das könnte Dich auch interessieren:

7 thoughts on “Probe getragen: Der myLife OmniPod

  1. Marius

    Hi Ramona,
    wo hast du dir das DEMO Kit bestellt? Oder lief das direkt über deinen Arzt?
    Ich finde auf der Website von MyLife kein Demo-Kit. Würde mich freuen von dir zu hören.

    Grüße
    Marius

    1. Hi Marius,
      ich hatte den damals von mylife direkt, ja. Ich habe gerade auch noch mal gegooglet, finde es aber auf der Website von myLife leider auch nicht mehr. Vielleicht war es nur eine kurzfristige Aktion :/
      Aber frag doch mal deinen Diabetologen, vielleicht kommt er noch ran!

      Gruß, Ramona

  2. peter

    Hi Ramona,

    ich habe mich schon vor Jahren für den Pod entschieden. Bei meiner Entscheidung stand der Nutzen an erster Stelle und nicht das Aussehen. Ich trage den Pod hauptsächlich am Arm, an tätovierten Armen. Er hält dort gut und fällt dort nicht auf. Das mit dem Abfall stimmt, ist halt aber so. Jede Insulinpumpe produziert Müll. Bei einer Schlauchpumpe ist es das Infusionssets, dass ja auch alle paar Tage in den gelben Sack wandert- ist halt so!

  3. Steffi

    Hey Ramona!
    Witzig, dass du das gleiche Fazit gezogen hast, wie ich es mir schon immer gedacht habe, wenn ich an den Pod denke: klobig und nur an einer Stelle…
    Habe mich auch lange gegen eine Pumpe gesträubt, bin aber seit jetzt schon 8 Jahren echt glücklich damit.

    Seit 1,5 Jahren habe ich die Dana Pumpe: sehr klein und leicht, trotzdem 300IE Füllvolumen und komplett per Smartphone App steuerbar.

    Ist zwar im deutschsprachigen Raum echt ein Outsider-Modell, lohnt aber definitiv einen Vergleich!

  4. Redfox

    Mir ging es genau so wie dir.

    Hab auch immer gedacht wenn Pumpe dann schlauchlos aber eigentlaberam liebsten gar nicht.
    Dann auch mal den Omnipod zur Probe getragen und das gleiche Fazit gezogen wie du.
    Zu klobig und genau das Fremdkörper Gefühl dass ich nicht haben wollte und weshalb ich eigentlich immer dachte schlauchlos wäre das einzig mögliche.

    Dann hab ich Pumpe mit Schlauch getestet und bereits einen Tag später vergessen, dass ich die Dumy Pumpe dabei und den Katheter an mir drangkleben habe. So ist sie mir mehrfach runter gefallen oder ich bin hängen geblieben (und selbst das hab ich kaum bemerkt, zumindest hat es nicht weh getan).

    Habe mich daraufhin für die Ypsopump entschieden weil sie so schön klein ist und toll bedienen lässt. Ich brauche auch nicht 20 verschiedene Basalraten also bietet sie alles was ich brauche.

    Hab die Entscheidung bisher keinen Tag bereut.

    1. Hey Redfox,

      interessant, dass es noch jemandem genau so ging! Ich möchte übrigens als nächstes auch die YpsoPump ausprobieren – klein, leicht, alles was ich benötige. Ich bin gespannt, wie ich dann mit der zurechtkomme – schön zu hören, dass du zufrieden damit bist!

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.