Katheter: Teflon oder Stahl?

Katheter: Teflon oder Stahl?

Auch, wenn die Überschrift für Laien so klingen mag: Es geht hier nicht um Bratpfannen. Sondern darum, wie das Insulin letztlich in den Körper kommt – das allmächtige Verbindungsstück quasi. Das, was zwei bis drei Tage im Körper verbleibt. Der Katheter. Hässliches Wort eigentlich, oder? Naja, egal. Es geht eben um Katheter. Beziehungsweise: Die Kanüle des Katheters. Und was ist nun besser – Stahl oder Teflon?


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Genau das habe ich mich auch gefragt, als es ans Eingemachte ging und ich die Rezepte für mein Pumpen-Equipment ausstellen ließ. Es ist, wie es immer ist: Wenn man 10 Leute fragt, bekommt man 20 Meinungen. Ich habe mich im Vorfeld viel informiert und fand diese- eigentlich so simpel wirkende – Frage tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten. Deswegen schreibe ich euch hier, neben objektiven Fakten, auch mein subjektives Empfinden dazu – und wofür ich mich letztenendes aus welchen Günden entschieden habe.



Teflonkatheter: Fakten

  • Muss mit Setzhilfe angebracht werden, da eine Führungsnadel am Katheter angebracht ist, die anschließend wieder heraus gezogen wird. Logisch: Teflon sticht nicht.
  • Flexibel, beweglich unter der Haut – können dadurch aber auch abknicken
  • Dicker als Stahlkanülen
  • Durch die Dicke gibt es größere „Einschusslöcher“, die Haut wird stärker verletzt
  • Empfohlene Liegedauer: 2 – 3 Tage

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Teflonkatheter: Subjektives Empfinden

  • Das Setzen des Teflonkatheters war durchaus schmerzhafter als bei Stahl.
  • Die Einstichstelle war, bedingt durch die Dicke der Kanüle, im Vergleich viel deutlicher und vor allem länger sichtbar.
  • Allein durch die Tatsache, dass die Teflonkanülen unbemerkt unter der Haut abknicken können, fallen sie für mich raus. Das merkt man nämlich vermutlich erst, wenn die Werte durch die Decke gehen oder eine Ketoazidose beginnt. Ich habe mich bei meinen wenigen Teflon-Versuchen durchgängig unruhig gefühlt, da man ja nicht direkt kontrollieren kann, ob mit der Kanüle alles in Ordnung ist – jeder normale Anstieg des Blutzuckers (z.B. nach dem Essen) hat mich direkt wahnsinnig gemacht!


Stahlkatheter: Fakten

  • Kann ohne Setzhilfe angebracht werden, wenn man dies möchte
  • Starr und unbeweglich – dadurch aber auch keine Gefahr des Abknickens
  • Sehr dünne Kanüle
  • Nur feine Einstichnarben
  • Empfohlene Liegedauer: 1 – 2 Tage

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Stahlkatheter: Subjektives Empfinden

  • Auch, wenn man es nicht muss, benutze ich gerne auch bei Stahlkathetern die Setzhilfe. Das Stechen geht dadurch schnell und in 95% der Fälle wirklich absolut schmerzfrei vonstatten.
  • Die Kanülen können nicht unbemerkt abknicken und das gibt mir einen unheimlichen Seelenfrieden.
  • Ab und zu piekst die Stahlkanüle etwas, besonders beim Sport oder wenn man sich aus Versehen drauf liegt. So setze ich als Seitenschläfer die Katheter nicht gern an der Hüfte bzw. schlafe dann auf der anderen Seite.
  • Nach zwei Tagen muss aber wirklich allerspätestens gewechselt werden – dann spüre ich den Katheter meist deutlich.
  • Manchmal sind die Einstichstellen nach dem Entfernen etwas gerötet; dies war aber auch bei der Teflonkanüle der Fall. Vielleicht ist es bei den Stahlnadeln deswegen öfter so, weil die nun mal nicht flexibel sind?
  • Die Narben verheilen bei mir sehr schnell und sind nach ein paar Tagen meist gar nicht mehr sichtbar.


Katheter aus Stahl oder Teflon? Fazit:

Wie ihr vermutlich schon heraus lesen konntet, bin ich ein Anhänger der Stahlkanülen. Zwar habe ich das Gefühl, damit innerhalb der Diabetes-Community eher einer Minderheit anzugehören – aber immer, wenn ich wieder eine Geschichte über abgeknickte Kanülen lese, fühle ich mich in meiner Entscheidung gestärkt 😀 Natürlich sollte das nicht allzu oft passieren, im Besten fall gar nicht, und ich werde auch regelmäßig von Leuten bekräftigt, dass ihnen schon ewig keiner oder gar noch nie einer abgeknickt wäre… Aber ich bin in dieser Sache wirklich ein Kopfmensch! Bei meinem Test mit Teflonkanülen sind mir auch meine (subjektiven!) empfundenen Nachteile deutlich bewusst geworden. Zum Glück bin ich nicht mit einer Allergie auf Stahl gesegnet – daher bleibe ich meinen Stahlkathetern treu. 🙂


Wie siehts bei euch aus? Team Stahl oder Team Teflon? Wie kamt ihr zu dieser Entscheidung, habt ihr früher etwas anderes genutzt? Erzählt es mir gerne in den Kommentaren!



 

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One thought on “Katheter: Teflon oder Stahl?

  1. Claudia

    Ich trage nun bereits seit 2009 die Insulinpumpe und benutzte bis vor einigen Monaten immer die Teflonkanüle, weil mir diese empfohlen wurde, als ich mich für die Pumpe entschieden habe. Vor der Stahlkanüle hatte ich immer etwas Respekt; weshalb, weiss ich auch nicht mehr so genau.
    Seit einer Weile benutze ich nun die Stahlkanüle und bin damit sehr zufrieden, obwohl diese beim Entfernen z.T. deutlich stärker blutet als die Teflonkanüle. Die Einstichstellen sind aber, wie von Dir beschrieben, weniger stark geschwollen und heilen viel schneller ab!

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