TOKYO – Japan, wie man es sich vorstellt [01]

TOKYO – Japan, wie man es sich vorstellt [01]

Seit ein paar Tagen bin ich wieder zurück aus Japan. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll – es ist ein wahnsinnig tolles Land, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe! Ich fange gerade erst an, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und hoffe, dieser Blogpost wird nicht ganz so wirr. Ich habe mich dazu entschieden, den Reisebericht über Japan in drei Teile zu splitten für die drei Städte, die wir in den 10 Tagen besucht haben: Tokyo, Kyoto und Nara. Ohne viele Umschweife lege ich also los mit Tokyo 🙂


Wer direkt weiterlesen will, findet hier Teil II über Kyoto und hier Teil III über Nara!


Harajuku

Der erste Tag in dieser 37-Millionen-Metropole. Wo fängt man nur an? Erschlagen von den vielen Möglichkeiten entschieden wir uns, als erstes nach Harajuku zu fahren: Wir hatten gelesen, dass sich dort Sonntag vormittags quasi die Anime/Cosplay-Szene Tokyos trifft und man die herausgeputzten „Harajuku-Girls“ in allerhand schrägen und aufwändigen Kostümen bestaunen kann. Wir wurden nicht enttäuscht.
Die Takeshita Street ist eine lange Einkaufsstraße und quasi das Herz Harajukus und war direkt mal Japan, wie man es sich vorstellt: Alles pink, alles Anime, alles Hello Kitty. Und mittendrin verrückt angezogene Mädels, deren Alter schwer zu schätzen war.
Wenn man die Takeshita Street einmal runter- und wieder hochgelaufen ist, alle Läden abgeklappert (es gab einen Tamagotchi-Store!) und das erste Geld auf den Kopf gehauen hat, so findet sich nur ein paar Meter weiter ein ganz anderer Anblick: Ein Schrein, genauer gesagt der Meji-Shrine. Die ganze Anlage um den Schrein herum ist riiiesig und wie ein gigantischer Park angelegt – man kann kaum glauben, dass man sich mitten in der größten Stadt der Welt befindet. Wir haben einige Stunden damit verbracht, durch die Anlage zu spazieren und die Tore, die Sake-Fässer und den Tempel selbst zu fotografieren.

harajuku


Akihabara

Noch mehr Japan, wie man es sich vorstellt? Klar doch! Am Abend ging es für uns weiter nach Akihabara, das Zentrum der Computerspiele-, Technik- und Mangaszene. Meist hat man ja von einem Ort vorher ein Bild im Kopf und ist dann erstmal enttäuscht: Paris ist irgendwie dreckig, die Pyramiden von Gizeh stehen mitten in der Stadt und Chichen Itza sah auf den Fotos irgendwie größer aus. Nicht so mit Tokyo – es ist wirklich GENAU, wie man es sich vorstellt, und ich kam gerade angesichts von Akihabara aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Überall Lichter, Neon, grelle Werbung, Spielehallen, noch mehr Mädels in Kostümen und Mangas, Mangas, Mangas. Ich lasse an dieser Stelle einfach die Bilder für sich wirken und gebe noch den Tipp mit, dass ein Besuch in der „Adult Section“ eines Mangageschäfts zwar sehr verstörend, aber irgendwie auch… interessant ist. 😀

akihabara


Asakusa

Ausgeschlafen und gut genährt ging es am nächsten Morgen direkt weiter: Kulturprogramm, Tempel angucken. Ein besonders schönes Exemplar sollte sich laut Reiseführer in Asakusa finden, was leider nicht mehr im Bereich unseres U-Bahn-Tickets lag und somit einen 40-minütigen, wirren Spaziergang im strömenden Regen durch die Stadt nach sich zog – und es hat sich gelohnt! Durch den langen Weg kamen wir leider erst gegen Mittag an und es war schon wieder dermaßen voll; aber kein Wunder bei einem der berühmtesten Tempel der Stadt. Viele der Besucher waren aber Einheimische, die Räucherstäbchen angezündet und im Tempel gebetet haben. Trotz Regen waren ein paar hübsche Fotos drin und es liefen auch einige Frauen in traditioneller Kleidung herum. Generell habe ich die gesamte Reise über sehr viele Frauen in dieser Kleidung gesehen, es scheint ganz normal zu sein, das auch mal so auf der Straße zu tragen – fand ich eher verwunderlich, aber auch sehr schön, hat das Japan-Feeling definitiv erhöht 😀 Vor dem Tempel befand sich noch eine lange Einkaufsstraße mit allerhand Touri-Kram und Souvenirs. Ich habe dort zwar nichts gekauft, aber ein Besuch lohnt sich definitiv.

asakusa


Shinjuku

Ein weiteres Zentrum der Unterhaltungs- und Partykultur in Tokyo ist Shinjuku. Wie praktisch, dass sich dort unsere AirBnB-Wohnung befand! Und wie unpraktisch, dass wir abends einfach nur total fertig vom Rumlaufen waren und ich so gar kein Party Animal bin 😀 Es war trotzdem schön, abends durch die beleuchteten Straßen von Shinjuku zu schlendern und sich einfach nicht fürs eins der tausend Restaurants entscheiden zu können. Übrigens: Restaurants haben vor der Tür meist ein Schaufenster, in dem alle Speisen samt Preis als Plastik-Nachbildung ausgestellt waren – damit die ollen Ausländer, die hier ja eh nix lesen können, auch wissen, was sie erwartet und einfach drauf zeigen können. Frisch gestärkt kann man dann noch hoch aufs Shinjuku Metropolitan Government Building, wo sich im 45. Stock eine kostenlose Aussichtsplattform befindet, um Tokyo bei Nacht auf sich wirken zu lassen. So spart man sich auch gleich den überteuerten Eintritt für den Tokyo Tower. Zudem habe ich gleich am ersten Abend in Shinjuku Godzilla gefunden: Er stand auf einem Hausdach hinter einem Baukran. 😀

shinjuku


Shibuya

Shibuya ist wohl der Teil von Tokyo, den jeder kennt. Die riesige Kreuzung dort, Shibuya Crossing, bei der sich hunderte Menschen an den Zebrastreifen gegenüberstehen – die Ampel schaltet auf grün und das Gewusel geht los. Ehrlich gesagt hatte ich mir Shibuya NOCH größer vorgestellt und diese Kreuzung noch verrückter, aber wenn man mittendrin steht, ist das Ganze tatsächlich nicht mal ansatzweise so dramatisch, wie es von oben aussieht. Cooler ist es von oben aber trotzdem allemal. Außerdem befindet sich in Shibuya eine Statue für den wohl berühmtesten Einwohner Tokyos: Hachiko! Die (mittlerweile verfilmte) Geschichte über den Hund, der nach dem Tod seines Besitzers noch jahrelang jeden Tag zum Bahnhof zurückkehrte, um auf ihn zu warten, kennt wohl nicht nur in Tokyo jeder und „Hachiko“ ist der Treffpunkt schlechthin, um sich in dieser Stadt überhaupt irgendwie zu finden. Als ich dort war, saß eine dicke Katze zu Füßen des Hundes auf der Statue, hat dort seelig geschlafen und sich nicht von den Menschenmassen stören lassen, die Schlange standen, um Fotos mit ihr zu machen.

shibuya


So, das waren also meine Eindrücke aus dieser gigantischen Stadt, in der man definitiv Wochen und nicht nur Tage verbringen könnte. Ich war vorher wirklich ein bisschen besorgt, angesichts der unglaublichen 37 Millionen Einwohner bereits nach ein paar Stunden die Krise zu kriegen, aber man hat es überhaupt nicht gespürt. Samstagmittag in einer beliebigen Einkaufsstraße in Deutschland ist 1000 Mal schlimmer. Die Japaner sind alle so höflich, aufmerksam und definitiv daran gewöhnt, in Menschenmengen zu laufen,  stellen sich überall brav in Schlangen an und achten aufeinander. Außerdem ist Tokyo die sauberste Stadt, die ich je gesehen hab, was angesichts ihrer Größe noch verwunderlicher ist. Man findet keinen Müll auf den Straßen, Rauchen ist im öffentlichen Raum verboten und nicht mal Ungeziefer wie Tauben gab es.
Insofern: 10/10, will come again! 🙂


 

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