KYOTO – Zeitreise ins alte Japan [02]

KYOTO – Zeitreise ins alte Japan [02]

Kyoto ist wohl die Stadt, auf die ich mich am meisten in Japan gefreut habe. Alte, verwinkelte Gassen, durch die man mit viel Glück Geishas huschen sieht; weltberühmte Tempel, durch deren Anlagen man stundenlang schlendern kann. Was war ich aufgeregt, als es endlich losging 😀


Weiterlesen? Hier findest du Teil 1 und hier Teil 3 meines Reiseberichts aus Japan!


Dank unseres Japan Rail-Passes verlief auch die Anreise sehr einfach und angenehm: Ticket im JR-Reisecenter reservieren, pünktlichst da sein (im Jahresdurchschnitt sind die Züge nur 36 Sekunden verspätet!), Sitzplatz einnehmen und die Fahrt im Hochgeschwindigkeitszug, genannt Shinkansen, genießen. Für uns Deutsche, die an die Geschwindigkeit von ICEs gewöhnt sind, ist das allerdings keine so große Sache, wie immer angepriesen wird – der Fairness halber sei aber gesagt, dass man mit dem Japan Rail-Pass nicht in den schnellsten Zügen, genannt Nozomi, fahren kann, sondern „nur“ mit den Hikari– und Kodama-Zügen, die es aber auch auf 280km/h bringen.

anreise

Gute 2.5 Stunden später verließen wir den Bahnhof in Kyoto und… waren enttäuscht. Die Stadt macht eher den Eindruck einer 60er-Jahre-Industriestadt, von Tempeln, alten Gassen und dem typischen Japan-Flair erstmal keine Spur. Aber es konnte nur besser werden: Unsere Unterkunft lag zentral im Gion-Distrikt, quasi der Altstadt von Kyoto. Zunächst stiegen wir aber mal in den falschen Bus, oder vielmehr den richtigen Bus in die falsche Richtung, so dass die Fahrt zu unserer Wohnung statt 15 Minuten satte 2 Stunden betrug – wir konnten den japanischen Busfahrplan ja nicht lesen und hatten uns blind auf GoogleMaps verlassen. Aber auch sowas gehört dazu 😉

kyotoskyline

Da es durch unsere unfreiwillige Bustour schon recht spät am Abend war, entschlossen wir uns, zum geplanten Anlaufpunkt für diesen Tag lieber ein zeitsparendes Taxi zu nehmen: Es sollte zum Fushimi-Inari-Schrein gehen! Hier reihen sich tausende roter Tore, welche allesamt von Personen oder Unternehmen gespendet wurden, an einem Hügel aneinander. Ich war definitiv nicht enttäuscht, es ist ein wunderschöner Schrein und wurde sofort einer meiner Lieblingsorte in Japan.

fushimiinari

Abends nahmen wir uns die Zeit, Gion zu erkunden – so viel hatte ich von den alten, engen Straßen gehört, die einen direkt ein paar Jahrhunderte ins alte Japan zurück katapultieren. Besonders schön ist es, abends durch die von Lampions erhellten Gassen zu spazieren und alles einfach auf sich wirken zu lassen. Ich habe sogar wirklich eine Geisha gesehen – allerdings nur von hinten und sie ist so schnell vorbei gehastet, dass ich keine Möglichkeit hatte, sie auf ein Foto zu bannen.

gion

Am nächsten Tag ging es weiter nach Arashiyama: In diesem Vorort westlich von Kyoto befindet sich ein berühmter Bambushain, durch den man einige Stunden spazieren und die magische Lichtstimmung auf sich wirken lassen kann. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber auch dort war es wirklich wunderschön 😀 Und da man über Bambushaine nicht viel schreiben kann, lasse ich mal die Bilder für sich sprechen.

arashiyama

Natürlich darf eins nicht fehlen, wenn man in Kyoto ist: Tempel! Die meisten davon gehören sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Leider ist der öffentliche Personennahverkehr in Kyoto für Touristen nicht sehr verständlich aufgebaut und die lange, anstrengende Recherche ergab: Es gibt nicht mal Busse zu allen Tempeln, da müsste man mit dem Taxi fahren. Und wenn man doch mit dem Bus fahren will, dann klappt das nur mit gefühlten hundert Mal umsteigen – und wie hoch die Chancen sind, in den richtigen Bus zu steigen, habe ich ja weiter oben schon beschrieben 😀 Aufgrund dieser Tatsache und unserer begrenzten Zeit beschlossen wir, nur 2 Tempel anzusehen, die relativ leicht erreichbar im Zentrum lagen: Kiyo-Mizu Dera und ein anderer, in den wir durch Zufall rein gestolpert sind und dessen Name ich bis heute nicht herausfinden konnte 😀

kyototempel

So enttäuschend und industriell Kyoto auf den ersten Blick auch wirken mag, lohnt es sich wirklich, dort ein paar Tage zu verbringen und die berühmtesten Spots aufzusuchen – hat man diese erstmal gefunden, fühlt man sich doch wie in der Zeit zurückversetzt und möchte am Liebsten gar nicht mehr weg. 🙂


 

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