Der erste Monat mit Pumpe

Der erste Monat mit Pumpe

Gut einen Monat ist es nun her, dass ich mich von meinen Pens verabschiedet habe und die YpsoPump angelegt habe. Zeit für ein kleines Fazit – ist eine Pumpe wirklich so nervig, wie ich mir das immer vorgestellt habe?


Der Schlauch nervt! – oder?

Tatsächlich ist das der Fakt, der mich am meisten verwundert hat: Der Schlauch stört mich nicht. Im Gegensatz zum OmniPod, welchen ich getestet habe und der nun mal – einmal angeklebt – drei Tage an exakt dieser Stelle verweilen muss, bin ich dank des Schlauches flexibel in der Entscheidung, wo ich meine Pumpe verstaue. Meistens ist sie einfach nur in der Hosentasche oder am Gürtelclip, seltener seitlich am BH oder in einem BodyBand.

Zum Duschen ist sie schnell abgekoppelt und nachts liegt sie einfach nur neben mir. Lediglich beim Sport empfinde ich die Pumpe generell als etwas störend. Das liegt aber nicht am Schlauch – sondern eher daran, dass sie oft einfach im Weg ist, baumelt, irgendwie vollgeschwitzt wird oder der Katheter bei manchen Übungen etwas piekt.


Pumpe Insulinpumpe Ypsopump Dexcom G5 CGM Diabetes Typ 1


Der Katheter stört! – oder?

Irgendwie muss das Insulin in den Körper, und schon steht man vor der Wahl: Stahl- oder Teflonkatheter? Mir kommt es so vor, als wären in der Diabetes-Community die flexiblen Teflonkanülen am Weitesten verbreitet. Ich entschied mich aber für Stahl, aus einem einfachen Grund: Sie können nicht unbemerkt im Körper abknicken. Eine Ketoazidose ist immer noch meine Nummer-1-Top-Pumpen-Panik und ich möchte das Risiko so weit es geht minimieren – auch wenn meine Pumpe bei der Blockierung des Insulinflusses sofort eine Warnung ausgibt. Trotzdem: Sicher ist sicher.

Weiterhin sind die Stahlkatheter deutlich dünner und etwas kürzer als Teflonkanülen, das „Einschussloch“ ist dadurch deutlich kleiner und verheilt bei mir besser. Nach zwei Tagen muss ich aber auch spätestens wirklich den Katheter wechseln, da sonst die Einstichstelle manchmal etwas schmerzt.


mylife diabetescare YpsoPump Pumpe Insulinpumpe CSII


Die Werte sind direkt viel besser! – oder?

Tatsächlich hat es gar nicht sooo lange gedauert, bis die Basalrate grob gepasst hat. Tagsüber läuft es meist sehr gut. Die Nächte verlaufen machmal noch etwas chaotisch, da gefühlt jede Nacht anders ist – mal steigt der Blutzucker um 2 Uhr, mal um 5 Uhr, mal gar nicht und mal habe ich eine Hypo. Deswegen gebe ich mir jetzt wieder besonders große Mühe, das Abendessen korrekt zu berechnen und dann mit einem guten Wert ins Bett zu gehen; das erhöht zumindest die Chancen auf eine erholsame Nachtruhe. 😉

Genau so klasse wie erwartet finde ich die Möglichkeit des verzögerten bzw. dualen Bolus. Ich will nicht behaupten, dass ich es schon gemeistert hätte, meistens weiß ich gar nicht so genau, was ich da tue – aber wenn es funktioniert, freue ich mich umso mehr! 😀 Die korrekte Berechnung von FPE (Fett-Protein-Einheiten) ist jetzt also erstmal ein ganz großes Thema.

Perfekt läuft es auch noch nicht beim Sport: Auch wenn ich die Basalrate eine bis zwei Stunden vorher absenke, brauche ich manchmal noch eine Sport-BE, um nicht zu unterzuckern. Und genau das wollte ich doch künftig vermeiden! Wenn ich die Basalrate bis zum Ende des Sports abgesenkt lasse, komme ich danach aber oft zu hoch raus. Auch muss ich höllisch aufpassen, nicht mit aktivem Insulin im Körper Sport zu machen oder mich gar irgendwie zu bewegen, sonst geht es steil bergab – da reicht schon ein kurzer Spaziergang. Hier fehlt mir noch etwa die versprochene Flexibilität, da ich trotz einer eigentlich recht niedrigen Basalrate quasi jeden Spaziergang zum Supermarkt beachten muss. Mal sehen, welche Lösung ich dafür finde.


Pumpe Insulinpumpe Ypsopump Dexcom G5 CGM Diabetes Typ 1


Insgesamt bin ich also auf jeden Fall zufrieden mit der Pumpe – auch wenn es wahrlich kein Selbstläufer ist! Viele Nicht-Diabetiker haben mich angeschaut und meinten erfreut: „Klasse, dann macht das Ding ja jetzt alles für dich!“ und waren ganz verwundert, dass das Ding nur dann überhaupt etwas macht, wenn ich ihm das sage. So weit sind wir – zumindest offiziell – halt leider doch noch nicht. Es läuft aber auch bei weitem nicht so chaotisch, wie ich das anfangs befürchtet hatte. Es heißt also einfach nur: Weiter ausprobieren! 🙂



 

Das könnte Dich auch interessieren:

2 thoughts on “Der erste Monat mit Pumpe

  1. Tronar

    Ich bin ja etwas überrascht, dass Du mit der Pumpe jetzt selbst bei einem Spaziergang unterzuckerst. War das vorher dann mit normalem Verzögerungsinsulin via Pen nicht auch schon so? Da bleibt doch die Basalrate im Prinzip total konstant für die Wirkdauer (bei meinem Tresiba also zwischen 24 und 48 Stunden).

    Wenn Du aber mit normalen Verzögerungsinsulin solche Unterzuckerungen wegen einem Gang zum Supermarkt nicht gehabt hast, wieso dann jetzt mit der Pumpe? Das könnte ich nicht so richtig nachvollziehen.

    1. Naja, was heißt „solche Unterzuckerungen“ – der Blutzucker sinkt halt. Ich steh nicht mit nem 40er-Wert da und kipp aus den Latschen. Aber wenn ich mit 90 los laufe und dann beim Einkaufen nur noch bei 70 rum tingele, nervt mich das schon, ja.
      Mit Tresiba hatte ich das nicht, da war aber ja auch kein so exaktes Basalraten-Feintuning möglich.
      Jetzt kann ich mich, wenn ich das möchte, konstant über Stunden bei 90-100 halten, da ich für jede Stunde die Dosierung anpassen kann – dadurch sind aber halt kleinere Ausreißer nach unten, sobald man sich betätigt, auch drin.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.