Blogparade: Reisen mit Diabetes

Blogparade: Reisen mit Diabetes

Sommer, Sonne, Urlaubszeit – und Steffi von PEP ME UP hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und eine kleine Blogparade zum Thema Reisen mit Diabetes gestartet!

Was ist eine Blogparade überhaupt? Kurz gefasst gibt der Ersteller der Blogparade ein Thema vor, andere Blogger schreiben etwas dazu und man verlinkt und unterstützt sich gegenseitig. So einfach ist das. Und da man mich beim Thema Reisen ja eh sofort hat, stand es natürlich gar nicht zur Frage, ob ich mitmache oder nicht 😉


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1) Was bedeutet Reisen für dich?

Reisen ist für mich der wichtige Blick über den Tellerrand, der so vielen heutzutage fehlt. Ich finde es wahnsinnig spannend und auch wichtig für die persönliche Entwicklung, möglichst viel über fremde Kulturen und Lebensweisen zu erfahren und dies auch mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben.

Dabei muss ich nicht monatelang mit dem Backpack in den entlegensten Teilen der Welt unterwegs sein. Ich bin genauso gern zuhause, bei meinen Katzen und in meinem eigenen Bett. Auch mit einer normalen Anzahl an Urlaubstagen kann man sich die Zeit nehmen, zu Reisen und dort auch genug zu erleben – man muss nur wissen, wie 😉


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Kuba (2009)

2) Siehst du den Diabetes beim Reisen als Hindernis?

Ich würde den Diabetes nicht direkt als Hindernis bezeichnen, aber definitiv als eine zusätzliche Hürde, mit der man sich auseinandersetzen muss. Es kann mir keiner erzählen, dass es ihm nichts ausmacht, die Unmengen an Insulin und Ersatzmaterial in doppelter und dreifacher Menge mit sich herum zu schleppen und mit Argusaugen darauf aufzupassen – aber was muss, das muss, richtig?

Der Diabetes macht eben auch im Urlaub keinen Urlaub – und trotz dieses zusätzlichen, nervigen Aspekts bin ich unglaublich dankbar für die Vielzahl an Möglichkeiten, die wir heute haben, um uns den Alltag und auch das Reisen zu erleichtern. Besonders das CGM finde ich einen riesigen Schritt in die richtige Richtung, denn gerade unter ungewohnten Umständen spielt der Blutzucker ja gerne mal verrückt und mit Sensor ist es viel einfacher, ihn unter Kontrolle zu halten!


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Costa Rica (2013)

3) Ich packe meinen Koffer und nehme mit ….! Worauf kommt es für dich beim Packen an? Hast du Tipps und Tricks? Hast du Geheimwaffen im Gepäck?

Ich glaube, wirkliche Geheimwaffen oder tolle Tipps und Tricks, die niemand kennt, gibt es mittlerweile schon fast gar nicht mehr 😀 Mein Insulin kommt in die FRIO-Kühltasche, Sensoren in eine bruchsichere Tupperdose, genauso wie Katheter und Reservoire. Pennadeln und Lanzetten lassen sich gut in ZipLoc-Beuteln transportieren. Ansonsten halte ich mich an meine eigene Packliste, um nichts zu vergessen.

Wichtig für längere Reisen, bei denen man viel einpacken muss, finde ich den Hinweis auf den Medical Bag! Fast alle, wenn nicht sogar doch alle Airlines erlauben einen Medical Bag zusätzlich zum normalen Handgepäckstück – solange sich in dieser Tasche wirklich ausschließlich Medikamente befinden. Und ganz ehrlich, eine zusätzliche Tasche kriegt man locker voll mit Diabeteszeug! 😉


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Island (2015)

4) Ist bei einer deiner Reisen diabetestechnisch schon mal etwas schiefgegangen? 

OH JA. Ich habe es tatsächlich geschafft, bei meiner Rundreise durch Japan 2016 mein komplettes Insulin im Kühlschrank der ersten AirBnB-Wohnung in Tokyo zu vergessen! Bemerkt habe ich das Desaster erst gut 400 Kilometer weiter in Kyoto, als ich wie vom Blitz getroffen mitten auf der Kreuzung stehen blieb und nur noch im Kopf hatte: „Scheiße, ich hab mein Insulin vergessen.“

Es flossen zugegebenermaßen ein paar Stresstränen 😉 , aber glücklicherweise waren wir mit dem Japan Rail Pass ausgestattet und konnten somit nochmal nach Tokyo zurück fahren. Lediglich die Kommunikation mit dem Gastgeber gestaltete sich schwierig, da dieser kein Englisch sprach und mich am Telefon nicht verstand – also googelte ich und sendete ihm die japanischen Worte für „Diabetes“, „Insulin“, „vergessen“ und „Wohnung“. Es hat scheinbar gereicht, er suchte das Insulin für mich und traf sich mit mir. Das war wirklich unglaubliches Glück, schließlich hätte es schon längst in der Mülltonne landen können – daraus gelernt habe ich, mein Insulin einfach gleich in der FRIO-Tasche zu lassen und gar nicht erst auszuräumen!


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Japan (2016)

5) Was waren deine tollsten Reiseerlebnisse? Gab es spezielle Erlebnisse auf den Diabetes bezogen? 

Die tollsten Erlebnisse hatte ich eigentlich immer auf Reisen in ferne Länder. Für mich ist, wie gesagt, der Aspekt sehr wichtig, wirklich eine komplett andere Kultur kennenzulernen! Mal kurz nach Holland an den Strand oder Prag ansehen ist zwar auch ganz nett, finde ich persönlich aber nicht so bereichernd 😉

Konkrete Erlebnisse könnte ich spontan nicht mal nennen – ich genieße es einfach, jeden Tag der Reise neue Eindrücke aufzunehmen. Auf den Diabetes bezogen freut man sich natürlich, wenn man andere Diabetiker „in freier Wildbahn“ an ihren Pumpen oder Sensoren erkennt oder auch Einheimische darüber aufklären kann, was man da für ein seltsames Ding am Arm hat. Oder, was zwar sehr trivial ist, mich aber auch sehr glücklich macht: Wenn die Glukosekurve trotz des fremden Essens einigermaßen ordentlich aussieht. 😉


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Thailand (2014)

6) Welche Traumreise würdest du gerne einmal machen? Und wie sehen deine Reisepläne für 2018 aus?

Tatsächlich erfülle ich mir 2018 eine meiner absoluten Traumreisen: Es geht im September nach Kenia! Schon seit langer Zeit träume ich davon, nach Subsahara-Afrika zu reisen und Kenia ist für mich einfach der Inbegriff dieses Kontinents. Natürlich darf auch eine Safari nicht fehlen und es wird meine erste Fernreise mit Pumpe – spannend!

Ansonsten bin ich dieses Jahr tatsächlich schon relativ viel herum gekommen. So war ich im Februar in Wien beim ATTD und im März ging es für mich auf eine Pflichtexkursion mit der Uni nach Marokko – was leider nicht so gut lief.
Dafür haben mein Freund und ich im Mai noch einen kleinen Roadtrip nach Belgien und Amsterdam veranstaltet und freuen uns jetzt schon auf ein Wochenende in Paris und Disneyland!


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Mexiko (2016)


Vielen Dank an Steffi für die coole Blogparade! Ich freue mich auf weitere Beiträge!
Die anderen Posts zur Blogparade findet ihr hier:

PEP ME UP


 

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